Die Nase ist durch, der Wille ungebrochen

4:0 Auswärtssieg gegen Bolinhas

Fing alles etwas schleppend an. Bolinhas war mit ihrem deluxe Warmmachprogramm fast durch als die letzten Piraten im beschaulichen Lokstedt ankamen.  Ja ja, die typische Arroganz einer Erfolgs verwöhnten Mannschaft. Im Spiel zunächst das gleiche Bild, Bolinhas hellwach und bereits im Matchmodus während die Piraten noch die Klamotten zurecht zogen. Der Startschuss allerdings hatte es dann in sich. Schön eingelullt von den Freibeutern ließen die Roten unseren Kapitän auf dem linken Flügel durchmarschieren. Von der Grundlinie dann ein perfekt getimter Querpass durch den Strafraum und Can konnte mit seiner endlich perfekt sitzenden Strumpfhose souverän einnetzen. Eiskalt, nennt man so was.

die Grundausrichtung des Spiels änderte sich nun, denn die Piraten waren wach und begannen ihre Stärken auszuspielen. Das spielgestaltende Dreieck um Bruhser, Gecko und Alex riss zunehmend die Kontrolle des Zentrums an sich und knackte die gegnerische Defensive mehrmals auf. Das lauteste Knacken vernahm man allerdings im eigenen Sechzehner, als Sacha sich von Michels Hinterkopf den Riechkolben zerdeppern ließ. Wünsche gute Genesung von dieser Stelle aus. Wenn die Nase wieder gerade werden soll, kannst dich bei mir im Boxstudio melden…
Nur wenige Minuten später dann die nächste Hiobsbotschaft, als mit Marci schon der zweite Verletzte zu beklagen war. Die Kontrolle über das Spiel ging in der Folge etwas verloren, aber die Piraten konnten sich nach und nach wieder sortieren und die Führung in die Halbzeit bringen.

Im Zweiten Durchgang war zu beobachten was passiert, wenn die Piraten von Beginn an im Entermodus unterwegs sind. Ball und Gegner wurden entschlossen gejagt. Es dauerte auch nicht lange und die Kugel lag wieder im Netz. Mo konnte seine Erfahrung aus über 700 Freizeitliga Partien ausspielen und die Pille in seiner ihm eigenen Art neben den Pfosten schlenzen. Mit diesem Treffer war die Gegenwehr gebrochen und die Piraten hatten jetzt richtig Spass an dem Spiel. In der Defensive kaum gefordert, wurde immer wieder geschickt das Geschehen verlagert und blitzschnell über die Außenbahnen attackiert. Einer dieser stark inszenierten Angriffe über die Stationen Alex und Mo2 landete bei dem befreit aufspielenden Can, der sich für seine zweite Bude  etwas besonders schönes ausgedacht hatte. Von der rechten Ecke des Sechzehners streichelte er den Ball in den linken, oberen Winkel. Besser geht nicht und das trotz Strumpfhose.

Die Piraten hatten auch in der Folge weiter Lust auf Fussi und legten kurz vor dem Ende noch einen nach. Eine abgewehrte Ecke landete bei Mo2, der eine Flanke mit optimaler Flugbahn an den Zweiten Pfosten brachte. Man erzählt sich, dass Gecko mit seiner aufgeplusterten Föhnfrisur den Ball noch leicht touchiert hätte, ehe Roberto dann sein vielversprechendes Comeback krönte und zum hoch verdienten 4:0 einköpfte.
Ein perfekter Abschluss des Spiels und es bleibt festzuhalten, dass sich bei den Piraten zwar die Verletzungen häufen, aber auch hoffnungsvolle Comebacks gefeiert werden. Ganz offensichtlich sind die Piraten trotz Alters- und Nasengebrechen, Kreuz- und Kreuzbandbeschwerden, Zerrungen und Laufmaschen noch nicht fertig mit der Freizeitliga.

Auch wenn es einem nicht leicht gemacht wird, denn auch auf der nagelneuen Lokstedter Plastiksportanlage herrscht strenges Alkoholverbot. Das verdiente Siegerbier, also die beste Medizin gegen Sportverletzungen durfte nur auf dem Parkplatz genossen werden. Wie soll man denn da richtig regenerieren? Kein wunder, dass sich die Verletzungen häufen! Lasst uns die Buddel und den Jolly Roger für unsere Überzeugungen vehement und entschlossen in den Wind halten, es schien nie so wichtig zu sein wie jetzt. Wenn dieses letzte Piraten-Schiff untergeht bleibt uns nichts mehr, als „Jogis-Jungs“ dabei zu beobachten wie sie Synthetikleder mit Nivea einfetten und der neusten Schuhkollektion hinterher jagen… gaanz trockene Veranstaltungen, die man sich auch nicht schön saufen kann.