Fluch der Piraten

Die elendig lange Sommerpause ist rum. Endlich wird wieder ehrlicher Fußball gespielt. Nach dem erfolgreichen Aufgalopp im Pokal ging es diesmal gegen die angehenden und gewordenenen Rechtsvertreter unseres Landes. Nein, nicht die FDP sondern die Kicker von der Bucerius Law School (BLS).

Auch wenn an diesem Samstag Piraten und Rechtsverdreher scheinbar mit Beinen auf dem Kunstrasen standen, so ereignete sich doch mystisches, ja sogar zauberhaftes, dass es Harry Potter die Narbe an  der Stirn schlackern würde!

Aber mal der Reihe. Treff am Lockstedter Steindamm 9 ³/4 und umziehen in einer viel zu kleinen Kabine.  Schon wunderbar, so ein Geläuf, zahlreiche etablierte (und finanzstarke) Freizeitligamannschaften und dann Umkleiden für 5er Quiddich-Mannschaften. An dieser Stelle möchten wir bescheiden anmerken, dass wir Piraten unsere Badhoven Street gerade umbauen und uns ein kleines neues Clubheim gönnen. Mit Wellness, strafraumgroßer Leinwand, guter Bratwurst und allem Pipapo für die Piraten.

Bei all dem Geträume fällt das Warmmachen eher spärlich aus, im Gegensatz zum stärker werdenden Regen. Auf dem Platz belauern sich beide Mannschaften eine Weile, ein paar Halbchancen hier und da. Mitte der ersten Hälfte erarbeitet Tommy im Gegenpressing den Ball. Gecko schnappt sich die Kugel, läuft noch ein paar Meter und schiebt den Schnatz aus 18 metern unten links rein. Da hätten auch drei Hechtsprünge des Keepers nicht geholfen.

Die Piraten spielen weiter solide von hinten raus. Links, Rechts, übern Torwart, den 6er, zur Seite, zürück usw. Also entweder haben die Piraten das monatelang trainiert oder es waren magische Kräfte am Werk. Ab und an hackte der 15er von BLS dazwischen und es gab Freistoß. (Che nach dem Spiel: „Sach mal, hast du eigentlich jeden von uns gefoult.“; 15er: „Hmm, ja“)

Kurz vor der Hälfte dann eine Ecke von Links durch Alex. Im Strafraum ruft einer Freeze und alles erstarrt. Der Ball findet den Kopf vom Zeugwart des ersten Spieltages und er liegt schon wieder unten links drin.

Dann Halbzeit. Die Piraten wissen um die schmachvollen Niederlagen vergangener Saisonauftakte, bündeln alle Kräfte um durchzuhalten gegen durchschnittlich 10 Jahre jüngeres Fleisch und 20 Jahre weniger Alkohol.

Die zweite Halbzeit begann mit einem Riss in der Matrix. Alex auf du-weißt-schon-wen und unten links ist das Ding drin. Der Hattrick war wohl genauso Premiere wie zwei Zuschauer (also Personen, die keine Bekannten oder Familienmitglieder waren) am Rand. Es stellte sich als Anhänger von RB Leipzig raus und damit ist auch alles zu den beiden gesagt.

Nun wechselte BLS den Vierer (Stimme von Bohlen, Nachname vom Wendler) ein und mit brutalen Motivationssprüchen („Kommt Leute, wir schaffen das! Jetzt Aber!“ – O-Ton vom pausbäckigen Can Weasley an der Piratenbank: “Scheiße, wo kommt der denn schon wieder her – och nööö”), verletzungs- und rheumageplagten Piraten, schien sich das Blatt zu wenden. 3-1 nachdem sich einer durchtankt. Und 3-2 nach einem Freeze-Eckball („Jawoll Jungs. Jetzt nur weitermachen. Aber Alle“).

Und dann geschah der Beleg für überirdische Geschehnisse. Der BLS-Motivator ging im Zweikampf mit Benny im Strafraum auf den Boden, man könnte auch sagen auf die Bohlen. Alles sah harmlos aus. Der Spieler stand wieder auf, zeigte der Bank mit den Händen das Wechsel-Symbol an. Dies löste in nähe des UKE den Spruch „Beinfessel“ aus. Ein imaginäres Lasso schlang sich um die Fersen des Spielers, beide Beine stockten und er stürzte vornüber längs auf den Boden, krümmte sich und diagnostizierte sofort einen Bänderriss. (@Vierer: Falls es tatsächlich ernster ist, gute Besserung). Eventuell hat Can Weasley aber auch “Crucio”-Zauber ausgesprochen…

Von da an waren alle Beteiligten paralysiert von den magischen Kräften und erlebten den Abfpiff wie in Trance.

Der Piraten Schlachtruf, die ein oder andere Bottle auf dem Benny seinen Geburtstag, erdeten die Piraten dann wieder, damit sie bereit sind für weitere Abenteuer!