Alle Jahre wieder…

JoyStoertebeker Es gibt Dinge, die wiederholen sich alle Jahre wieder. Das ist Weihnachten, die legendären Störtebeker-Feiern, der Existenzkampf vom HSV und St.Pauli und nicht zuletzt die Auswärtsspiele auf dem Grantplatz an der Vogesenstraße.

Nachdem La Ola nach vielen Jahren endlich zur Besinnung kam und zur grünen Seite der Macht auf einen wunderbaren Kunstrasen wechselte, übernahm der FC Joy den Platz und bestreitet dort seine Heimspiele. Nicht nur der Platz, sondern auch der Spielstil vom FC Joy ist jedes Jahr der Gleiche.

Diszipliniert arbeiten die Spieler des FC Joy in der Defensive und tun alles dafür kein Gegentor zuzulassen. Man konnte über die Jahre beinahe den Eindruck gewinnen, dass sie eine Saison mit 22 Punkten bei 0:0 Toren mehr feiern würden als eine Meisterschaft.

Auch heute sollte es wieder schwere Kost für die Piraten werden, das war jedem klar und so gingen die Piraten mit neuem 4-4-2-System ins Spiel.

Bereits nach kurzer Zeit flogen die ersten Flanken von Tommy in den Strafraum, leider aber auch an Freund und Feind vorbei und führten somit nicht zum verdienten Scorerpunkt für den stark aufspielenden Tommy, der zeitweise in Spielart und Frisur samt Stirnband an Pavel Nedved erinnerte…

Eine Standardsituation konnte jedoch die auch im Wappen von Joy verewigte Mauer knacken. Nachdem Sascha am Strafraum gefoult wurde, brachte Kai die Flanke in den Strafraum, die mustergültig von Gecko verlängert und durch Christoffer am langen Pfosten eingeschoben werden konnte.

Wenige Chancen erspielten sich die dominierenden Piraten in den ersten 30 Minuten und so sollte bzw. wollte Atze neuen Schwung ins Spiel bringen. Er wechselte sich in Netzer-Manier selber ein und es sollte kaum zwei Minuten dauern, da zappelte der Ball im Netz. Leider in dem der Piraten und nicht in dem der Mauerfundamentalisten. Der Ball wurde von der Mumie des FC Joy, bei der kaum ein Körperteil sich nicht in Bandagen befand, unter die Latte genagelt. Unhaltbar für Rückkehrer Michel, der eine solide, souveräne Partie ablieferte. Es war insgesamt der erste Torschuss von Joy, der auf das Tor der Piraten traf…doch die Piraten nahmen das Kinn von der Brust und spielten geduldig weiter bis der Pausenpfiff ertönte.

Auch in der zweiten Halbzeit hatten die Piraten das Spiel im Griff. Kai, Kribber, Ali, Che und Roberto räumten alles ab, was drohte Gefahr zu bringen und spielten die Bälle dann in die Räume auf Tommy, Gecko und Can, die alles daran taten für Gefahr beim Gegner zu Sorgen.

Joy versuchte im Verlauf der zweiten Halbzeit mehr ins Spiel zu investieren und spielten überraschend aggresiv nach vorne und störten die Piraten früh, doch ein Tor lag eher für die Piraten in der Luft. Als Sascha dann vom Keeper umgerammt wurde, nachdem er diesen übersprang und den Ball über seine Hände hinweg in Richtung Tor beförderte, war das Tor zum Greifen nahe, doch der Ball wurde vor der Linie geklärt und der lediglich in dieser Szene irritierende Schiri entschied weder auf Strafstoß, noch auf rote Karte, sondern auf Freistoß und keine Karte…der Freistoß wurde leider versemmelt und so mussten die Piraten sich in Geduld üben.

Im Übrigen gibt es noch etwas, dass alle Jahre wieder geschieht: ein “Atze”. Einen echten Atze gibt es nur beim FC Störtebeker und so spielte Gecko Atze herrlich frei. In seiner Unnachahmlichkeit begann Atze nun sämtliche seiner Körperteile, die ein einschieben des Balles nicht verhindern konnten so sehr zu verbiegen, dass er den Ball nicht mit diesen berühren konnte, um den Ball mit seinem rechten Inneriss zwei Meter in Höhe und Breite am Tor vorbeizulöffeln.

Vielleicht dadurch, dass Joy mit dem Rücken zur Wand stand, da sie stark abstiegsbedroht sind, öffneten sie nach und nach die Tore ihrer Mauer und so führte ein Konter über den durchdribbelnden Gecko dann doch zu Sascha, der einschießen konnte.

Der torjubelnde Sascha im “Olamski”-Trikot suchte jedoch vergeblich auf seinem Jubellauf nach der Störtebeker-200-Spiele-Legende Ole am Spielfeldrand, der das Gelände zwischenzeitlich zum Windelwechseln mit seinen Kindern unbemerkt verlassen hatte.

Eine kürzlich veranlasste Volkszählung im Kader des FC Störtebeker ergab im Übrigen 13 Kinder, somit ist der Kader für die Saison 2032/33 bereits gesichert…

Kurz vor Schluss wechselte sich Atze noch einmal ein, um das Ergebnis über die Nachspielzeit zu bringen. Ein Schuss von Joy der am Tor der Piraten vorbeiflog setzte den Schlusspunkt und so siegten die Piraten im zweiten Spiel in Folge und sicherten so den 5.Tabellenplatz.

In der nächsten Woche haben die Piraten dann die Chance nach Eintracht Bergedorf und Joy, die Bucerius-Law-School in den totalen Abstiegskampf zu schießen. Dann heißt es High-Noon um 09:00 Uhr an der Badhoven-Street.

Zuletzt soll nicht unterschlagen werden, dass Thomas “Meatlove” Lindloff in der letzten Woche zum 1:0 traf und somit sein erstes Tor für die Piraten erzielte – *pflump* und Prost würde ich sagen…auch Mo konnte sich nach sensationellem Nachschuss in die Torjägerliste der Saison 2014/15 eintragen, um sich nach dem Abschluss auch gleich in die Verletztenliste einzutragen, denn den zweiten Gewaltschuss wollte der Oberschenkel so nicht mehr mitmachen. Zuvor sammelte er noch den zweiten Scorerpunkt, als er einen Pass von Tommy auf den einschussbereiten Gecko querlegte…die Abwehr stand sicher und so spielte Lalas als 6.Keeper der Saison zu null und die Piraten siegten absolut verdient mit 3:0, wenn auch in der Höhe schmeichelhaft, denn das Heft des Handelns hatte zumeist der Gegner, auch wenn er damit nicht recht etwas anzufangen wusste.